Protagonisten

Mohr, Gruber & Co

Ein berührendes Gedicht, eine schlichte Melodie und eine wundersame Verbreitung: Diese auf den ersten Blick so einfachen Zutaten ergeben einen wahren Geniestreich. Das Lied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ – an Weihnachten 1818 zum ersten Mal in Oberndorf bei Salzburg gesungen – hat eine zweihundertjährige Reise um die Welt hinter sich. Zwei Milliarden Menschen kennen und singen das Lied an Weihnachten. Doch lange Zeit waren seine Herkunft und seine Schöpfer in Vergessenheit geraten. Noch heute wissen viele nicht, woher das Lied eigentlich stammt.

Das Lied entstand im SalzburgerLand

Die Schöpfer des Liedes sind der Salzburger Hilfspriester Joseph Mohr, der im Jahr 1816 das Gedicht „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ verfasste. Zwei Jahre später gab er es eigenhändig an den Lehrer und Komponisten Franz Xaver Gruber – einen gebürtigen Oberösterreicher – mit der Bitte weiter, dieses zu vertonen.

Die Verbreitung ging von Tirol aus

„Stille Nacht! Heilige Nacht!“ – heute eines der bekanntesten Weihnachtslieder der Welt – entstand als Kirchenlied, das erstmals an Weihnachten vor der Krippe gesungen wurde. Durch einen Zufall gelangte es in die Hände des Tiroler Orgelbauers Carl Mauracher, der wiederum die Orgel in Oberndorf reparierte. In seiner Heimat, dem Zillertal, gab er es an hochmusikalische Bauernfamilien weiter, die das Lied als fahrende Warenhändler europaweit bekannt machten. Und nicht nur das: Der Zillertaler Ludwig Rainer – einer der berühmtesten Tiroler Nationalsänger – sang das Lied bereits 1839 in Amerika. Franz Xaver Gruber, der im Jahr 1863 starb, hat noch die Anfänge des Ruhmes miterlebt: Er stellte auch 1854 die Herkunft und damit die Urheberschaft klar.

„Stille Nacht! Heilige Nacht!“ heute

Noch heute beschäftigen sich viele Menschen mit dem Lied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“: Musiker und Komponisten, Produzenten und Sänger, Schauspieler und Künstler, aber auch Kuratoren und Ausstellungsleiter, Wissenschaftler und Historiker. Die Forschung rund um das Lied wird intensiver betrieben denn je. Und es gibt auch noch Nachfahren von Franz Xaver Gruber und aus der Familie Joseph Mohrs: Einige dieser Menschen haben sich ebenfalls mit dem Leben und Wirken ihrer Ahnen beschäftigt. Daraus ergeben sich für interessierte Menschen eine Vielzahl von Möglichkeiten, das Lied in ganz unterschiedlichen Facetten zu erfahren und zu begreifen.

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.