Salzburg

Kindheit und Jugendjahre von Joseph Mohr

Joseph Mohr wurde am 11. Dezember 1792 als uneheliches Kind der Strickerin Anna Schoiber und eines Musketiers der fürsterzbischöflichen Garde in Salzburg geboren und hat in der Steingasse 31 in der Bischofsstadt Salzburg gelebt. Dort verlebte er seine Kindheit und Schulzeit in ärmsten Verhältnissen. Seinen Vater hat er niemals kennengelernt. Getauft wurde er nur wenige Stunden nach seiner Geburt im Salzburger Dom.

Salzburg im Geiste der Katholischen Aufklärung

Unter dem Fürsterzbischof Hieronymus von Colloredo, der ab 1771 das Land regierte, herrschte ein aufklärerischer Geist in Salzburg: Der letzte Salzburger Fürsterzbischof verbot so gut wie alles, was den Gläubigen bis dahin sinnliche Freuden geboten hatte. Er stand für umfassende Reformen im Kirchenwesen, im Kultur- und Sozialbereich. Lustvolle und glanzvolle Zeremonien wie etwa das Abschießen von Böllern, Sonnenwendfeuer, Wetterläuten oder Krippen wurden unter seiner Herrschaft abgeschafft. Dafür lockte der fortschrittliche Geist führende Wissenschaftler, Schriftsteller und Musiker aus dem deutschen Sprachraum nach Salzburg: Michael Haydn etwa wurde von Colloredo als Kirchenmusiker hoch geschätzt. W. A. Mozart hingegen verließ bereits 1781 nach Konflikten mit dem Landesherren Salzburg in Richtung Wien. Im Jahr 1800 flüchtete der Fürsterzbischof aus Salzburg; noch im selben Jahr wurde die Stadt von französischen Truppen besetzt. In den folgenden Jahren verkam die einstige Residenzstadt unter wechselnder Herrschaft zu einer brachliegenden Provinzstadt.

Joseph Mohr verlebte Kindheit und Jugend in Salzburg

Trotz der ungünstigen Familienverhältnisse hatte Joseph Mohr Glück – und Talent. Im Domvikar Johann Nepomuk Hiernle fand er einen verständnisvollen Gönner, der den heranwachsenden Buben unterstützte, wo immer es ihm möglich war. In den Vorbereitungsklassen und später im Akademischen Gymnasium gehörte Mohr stets zu den besten Schülern. Sein musikalisches Können bescherte ihm 1807 einen Platz im Stiftschor St. Peter. Damit kam der 15-jährige Mohr in den Genuss einer exzellenten, sehr praxisbezogenen Ausbildung: Jährlich mussten 600 Einsätze absolviert werden.

Die anschließende theologische Ausbildung im damals Königlich-Bayerischen Lyzeum in Salzburg wurde mit der Priesterweihe im Dom am 21. August 1815 abgeschlossen. Am 16. März 1819 wurde ihm die große Ehre zuteil, im Dom die Fastenpredigt halten zu dürfen – ein untrüglicher Hinweis auf seine außerordentlich guten rhetorischen Fähigkeiten, seine Sprachgewalt und seine theologische Versiertheit.

Auf den Spuren von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ in der Stadt Salzburg:

  • Der Salzburger Dom mit dem historischen Taufbecken kann bei freiem Eintritt besichtigt werden. Die Salzburger Domorgel wurde von Carl Mauracher umgebaut: Der Zillertaler Orgelbauer brachte das Lied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ schon im Jahr 1819 von Oberndorf in seine Heimat nach Fügen.
  • Die Salzburger Fürsterzbischöfe haben Stadt und Land über Jahrhunderte hinweg geprägt. Wer sich auf ihre Spuren begeben möchte, tut das am besten im DomQuartier, zu dem auch der Salzburger Dom gehört.
    Das 2014 eröffnete DomQuartier spiegelt in einzigartiger Weise die Größe und Macht wider, die die ehemaligen Salzburger Fürsterzbischöfe über 1.000 Jahre innehatten: Diese verfügten über zahlreiche Sonderrechte, die zum Teil bis heute Bestand haben. Salzburg war ab 1648 Souveränes Fürstentum im Staatsverband des Heiligen Römischen Reiches. Es nahm innerhalb Europas eine so große Sonderstellung ein, dass es auch nach der postnapoleonischen Neuordnung den Rang eines Erzbistums behielt. Erst 1816 wurde Salzburg Teil des Habsburgerreiches.
    Mit der Eröffnung des DomQuartiers Salzburg wurde die Einheit des Dom- und Residenzkomplexes unter Einbeziehung des Benediktinerklosters St. Peter nach 200-jähriger Unterbrechung wiederhergestellt. Der historische Rundgang durch das barocke Gebäudeensemble inmitten der Altstadt gilt als ein in Europa einzigartiges Gesamtkunstwerk aus Architektur, Kunst und Musik. Es beherbergt auf einer Ausstellungsfläche von 15.000 m² rund 2.000 kostbare Exponate und umfasst die Prunkräume der Residenz, die Residenzgalerie Salzburg, das Dommuseum mit dem Domschatz, die rekonstruierte fürsterzbischöfliche Kunst- und Wunderkammer, die Lange Galerie, das Museum St. Peter sowie Sonderausstellungen der beteiligten Museen.
  • Salzburg gilt als „Rom des Nordens“: Vor rund 400 Jahren begannen die Salzburger Fürsterzbischöfe damit, die Stadt in ein barockes Juwel nördlich der Alpen zu verwandeln. Vorbild für Bauvorhaben und Architektur war das prunkvolle Rom. So wurden nach italienischem Beispiel und mithilfe italienischer Baumeister in Salzburg Dom, Kirchen, Kapellen, Klöster und Friedhöfe errichtet. Die Fülle an Pracht- und Sakralbauten auf engstem Raum und die weitläufigen Plätze der Altstadt erinnern an das Stadtbild von Rom. Die Fürsterzbischöfe legten den Grundstein für die heutige Kirchenstadt Salzburg, die als städtebauliches Meisterwerk seit 1997 als UNESCO-Weltkulturerbe geschützt und gewürdigt wird.
  • In Salzburg werden Stadtführungen zum Thema „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ angeboten, die unter anderem in die Steingasse, in den Dom zu Salzburg, zum Priesterhaus am Makartplatz, zum Benediktinerkloster St. Peter am Fuße des Mönchsberges und zur heutigen Universität Salzburg mit der Großen Aula führen. Hier war zu Mohrs Zeiten das Akademische Gymnasium untergebracht.
  • Führungen am Salzburger Christkindlmarkt am Dom- und Residenzplatz: Erleben Sie mit Austrian Guide Michaela Muhr vorweihnachtlichen Altstadt Flair und lassen Sie sich auf das kommende Weihnachtsfest mit interessanten Geschichten und historischen Fakten einstimmen. Auf einem Spaziergang im festlichen Ambiente rund um den Domplatz erfahren Sie mehr über die Entstehung des Liedes „Stille Nacht, Heilige Nacht“ und unseren Salzburger Christkindlmarkt, über lokale Sitten sowie alpenländische Bräuche. Sie besuchen mit uns den Salzburger Dom mit dem bronzenen Taufbecken, in dem bereits Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Mohr, der Texter des Liedes, getauft wurden. Gerne entdecken wir mit Ihnen versteckte Besonderheiten, kulinarische Köstlichkeiten und traditionelles Kunstwerk. Die Tour kann auch zu anderen Tageszeiten auf Anfrage und mit individuellem Programm gebucht werden. Details und Anfragen unter +43 699 188 20001. Mehr unter: www.salzburg-experience.at
  • Wer auf eigene Faust einen Stadtrundgang machen möchte, startet am besten in der Steingasse 31, wo Joseph Mohr aufgewachsen ist. Es geht stadteinwärts und bald nach dem Inneren Steintor biegt die Route nach rechts auf die Imbergstiege ab und führt an der Kirche St. Johannes am Imberg vorbei zum Kapuzinerkloster. Über den Stefan-Zweig-Weg setzt sich die kleine Stadtwanderung rechts abbiegend quer über den Kapuzinerberg bis zum Franziskischlössl fort. In dessen Innenhof hat sich ein stimmiger kleiner Advent- und Kulinarikmarkt abseits des städtischen Trubels etabliert. Sind die Wege eisfrei, könnte die Route weiter nach Schallmoos und dann links abbiegend über die Linzer Gasse zurückführen, sonst geht es auf dem Anstieg retour. In der Linzer Gasse liegt der friedvolle Sebastiansfriedhof, wo vermutlich die Mutter Joseph Mohrs begraben ist. Die Runde führt über den Reitsamerplatz rechts abzweigend zur Dreifaltigkeitskirche und dem Priesterhaus, in dem Mohr während seiner Ausbildung zum Priester gewohnt hat. Über den Markartplatz und den Makartsteg geht es in die linke Altstadt. Hier geht man durch einen der Getreidegassen-Durchgänge zur Kollegienkirche. Sie wurde von Fischer von Erlach gebaut, 1707 eingeweiht und von den napoleonischen Truppen während der französischen Besatzungszeit demonstrativ als Heulager verwendet. Also genau zu jener Zeit, als Mohr das nahe Akademische Gymnasium besuchte und in St. Peter im Stiftschor sang. Der Weg führt über die Franziskanergasse weiter zum Friedhof von St. Peter und zum Kapitelplatz. Rechts gegenüber lagern die wertvollen Stille-Nacht-Autographe im Archiv der Diözese, im Dom steht links neben dem Eingang das Taufbecken, in dem, neben vielen anderen Salzburgern, auch Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Mohr im Abstand von nur 36 Jahren getauft wurden. Vom Dom ist es nicht weit ins Salzburg Museum in der Neuen Residenz.
  • Das berühmte Salzburger Adventsingen im Großen Festspielhaus begeistert alljährlich rund 36.000 Gäste aus über 40 Ländern aller Welt. Tickets und Informationen unter: www.salzburgeradventsingen.at
  • Das berühmte Salzburger Glockenspiel spielt am 24. Dezember um 7.00, 11.00 und 18.00 Uhr die Melodie von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“. In den Kirchen wird zur Christmette traditionell die Originalversion von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ gesungen.

 

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