Steyr am Nationalpark

Natur und Kultur erleben und genießen!

Die Stadt Steyr ist erst seit kurzem Stille-Nacht-Ort: ein Umstand, der auf einen echten Zufallsfund zurückführt.

Im Juni 2016 tauchte in einem Wiener Antiquariat eine bisher kaum bekannte Flugschrift mit dem Titel „Vier schöne neue Weihnachtslieder“ auf. Auf dem Titelblatt wird an vierter Stelle das Lied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ angeführt. Das Titelblatt enthält aber auch die Herkunft: „Steyr, gedruckt und zu haben bei Joseph Greis“. Damit war nachgewiesen, dass das Büchlein von dem Schriftsetzer Joseph Greis stammte, der unter der Adresse Grünmarkt 7 in Steyr eine Buchhandelskonzession innehatte.

Joseph Greis gab im Zeitraum von 1827 bis 1832 diese Flugschrift heraus, das genaue Datum ist nicht bekannt. Da Greis nicht nur Buchdrucker, sondern auch Buchhändler war, konnte die Liedersammlung auch bei ihm gekauft werden. Der gedruckte Liedtext umfasst alle sechs Strophen des Liedes, wenn auch mit einigen Textungereimtheiten: Wahrscheinlich hatte Joseph Greis eine schlecht lesbare Fassung vorliegen oder es passierten Lesefehler beim Setzen. Wie er zu dem Lied kam, ist nicht bekannt. Belegt ist aber damit, dass das Lied erstmals in Steyr gedruckt, vervielfältigt und verkauft wurde. Es handelt sich dabei vermutlich um den ältesten Textdruck des berühmten Weihnachtsliedes.

Heute gelten die Umgebung von Steyr und die Stadt als eine der herausragendsten Innovationsregionen Österreichs: Eine Entwicklung, die über die Jahrhunderte vonstattenging und mit der Entdeckung des ältesten Textdruckes aus Steyr erneut unter Beweis gestellt wurde.

Die Christkindlregion

Seit vielen Jahren haben sich die Stadt Steyr und ihre umliegenden Orte zu einem Zentrum des weihnachtlichen Brauchtums im oberösterreichischen Voralpengebiet entwickelt. Eines dieser wertvollen Vorzeigeobjekte in der Christkindlregion ist das Steyrer Kripperl. Eigentlich ja keine Krippe im herkömmlichen Sinn, sondern ein Stabpuppentheater, mit dem die Betreiber zur Weihnachtszeit auf Wanderschaft gingen. Die Zuschauer saßen gebannt vor der raumfüllenden Krippe mit zwei Hauptebenen: Auf der Unterbühne wurden religiöse Szenen gezeigt, während die Oberbühne das bürgerliche Steyr darstellte. Diese Spielebene bot Platz und Gelegenheit für viele lustige Einlagen aus dem Stadtleben. Der Lichtlausblaser und der Bäckernatzl waren zwei besonders beliebte Figuren. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde regelmäßig in Gasthäusern gespielt, heute können die Vorstellungen des Steyrer Kripperls zu den Aufführungsterminen im Advent, rund um Weihnachten und zu weiteren besonderen Anlässen im Innerberger Stadl (Städtisches Museum, Grünmarkt 26) besucht werden.

Alte Handelsstadt an der Enns, dem längsten Binnenfluss Österreichs

In Steyr gibt es wahrlich viel zu entdecken. Ein zentraler Ausgangsort ist natürlich der große Stadtplatz, an dem sich ein prachtvolles Gebäude an das andere reiht. Das spätgotische Bummerlhaus (Stadtplatz 32) ist das Wahrzeichen von Steyr, ein anderes architektonisches Meisterwerk ist das Schmollgruberhaus, das Einblick in die Mechanik der alten Uhren gewährt. Rund um die Weihnachtszeit rücken die vielen Krippen in den Vordergrund. Nicht zu übersehen ist der Krippenbaum auf dem Stadtplatz, die für die Region typischen Nagelschmiedkrippen werden im Rathaus (Stadtplatz 27) gezeigt. Aber am besten lässt man sich treiben, flaniert auf dem Krippenpfad durch die Altstadt oder wandert hinunter zum Haus in der Fabrikstraße 10, das früher nicht „Bar Madame“, sondern „Wirtshaus zum Goldenen Faßl“ hieß. Dort wurde der Großvater Joseph Mohrs geboren.

Auf den Spuren von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ in Steyr:

  • Im Österreichischen Weihnachtsmuseum in Steyr ist ab November 2018 eine Replik des ersten Textdruckes von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ zu sehen. Führungen im Weihnachtsmuseum sind auch hier ganzjährig gegen Voranmeldung im Tourismusverband Steyr möglich: Zu den besonderen Attraktionen zählt die umfassende Sammlung an historischem Weihnachtsschmuck aus den Jahren 1830 bis 1930, 200 Stubenpuppen sowie eine Fahrt mit der Erlebnisbahn – ein Wunderwerk der Technik auf Schienen –, die über drei Etagen bis in die Engelwerkstatt im Dachgeschoß führt. Jeden Samstag und Sonntag im Advent besucht das „Steyrer Christkindl“ das Weihnachtsmuseum.
  • Wer sich von Steyr auf eine längere Wanderschaft zu den Nachbarorten Christkindl oder Garsten begeben will, folgt der ausgeschilderten Christkindlwallfahrt. Die knapp neun Kilometer lange Strecke verläuft fast ausschließlich auf Asphalt, Höhepunkte sind die Wallfahrtskirche Christkindl und das Stift Garsten. Die Runde wird auch als geführte Wanderung mit zwei Andachten angeboten (Dauer zirka 4, 5 Stunden).
  • Besuch der barocken Wallfahrtskirche Christkindl im gleichnamigen, weltbekannten Wallfahrtsort in Steyr. Die Gnadenfigur ist ein zehn Zentimeter großes, aus Wachs geformtes Jesuskind, das Kreuz und Dornenkrone in den Händen hält. Im Pfarrhof sind zwei Krippenraritäten ausgestellt. Eine mechanische Krippe mit 300 beweglichen Figuren und die 54 Quadratmeter große Pöttmesser Krippe mit über 700 Figuren.
  • Seit 1950 öffnet in Christkindl jedes Jahr im Advent das Postamt Christkindl seine Pforten: Jährlich werden rund zwei Millionen Briefsendungen von hier aus in die Welt geschickt. Jede Karte und jeder Brief wird mit dem begehrten Sonderstempel „Über Christkindl“ versehen.
  • Während der Adventszeit finden in der Christkindlregion zahlreiche Adventmärkte wie etwa in der Altstadt von Steyr, auf der Promenade, in Garsten, im Schloss Lamberg oder in Steinbach an der Steyr statt. Dorthin fährt man besonders nostalgisch mit der ältesten 760 mm Schmalspurbahn Österreichs, der Steyrtal Museumsbahn: Rund eine Stunde dauert die Fahrt ins Adventkalenderdorf Steinbach an der Steyr: Von 01. bis 24. Dezember wird hier täglich eines der lebensgroßen und liebevoll gestalteten Adventfenster an den sieben Bürgerhäusern am Ortsplatz geöffnet.

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