Herzensprojekt „Stille Nacht! Heilige Nacht!“

Personen, die "Stille Nacht" besonders verkörpern

Es sind hunderte von Menschen, die sich seit Jahren und Jahrzehnten mit dem Lied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ auseinandersetzen. Sie erforschen seine Entstehungsgeschichte und machen es für Besucher aus aller Welt in Form von Museen, Theaterstücken und Ausstellungen erlebbar. Die meiste Arbeit geschieht ehrenamtlich und aus reiner Freude an der Sache.

Wenn Hans Schwarzmayr ins Erzählen gerät, scheint die die Welt vor den kleinen Fenstern in Vergessenheit zu geraten. Der Kustor des Franz-Xaver-Gruber-Gedächtnishauses in Hochburg-Ach spricht mit leiser Stimme und wählt seine Worte mit Bedacht. Das, was er zu erzählen hat, liegt ihm am Herzen. Denn es geht um den bekanntesten Sohn des kleinen Orts hier im oberösterreichischen Innviertel. Und es geht um dessen Komposition, die in den letzten 200 Jahren zum bekanntesten Weihnachtslied der Welt wurde.

Hans Schwarzmayr ist, genau wie Franz Xaver Gruber, gebürtiger Hochburger: „Das Lied ist mit dem Gedächtnishaus, dem Friedensweg und mit dem Historienspiel am dritten Adventwochenende im Ort allgegenwärtig. Hochburg-Ach hat Franz Xaver Gruber nie vergessen. Schon 1900 wurde die erste Gruber-Gedenktafel angebracht.“ Seit 1976 wird das Gedächtnishaus als Museum geführt, 2017 wurde es generalsaniert und erstrahlt nun in neuem Glanz. 2012 wurde der Friedensweg eröffnet und rund 3.000 Besucher erwandern diesen jährlich. Hans Schwarzmayr leistet – wie seine zahlreichen Vereinskollegen – tausende Arbeitsstunden im Ehrenamt. Außerdem spielt er seit Jahren im Historienspiel im Advent die Rolle des Lehrers Andreas Peterlechner, der Franz Xaver Grubers musikalisches Talent schon früh entdeckte. „Mit dem Zeitpunkt meiner Pensionierung bekam ich dieses Herzensprojekt übertragen, das mich immer noch berührt“, betont Schwarzmayr.

Was aber macht für ihn die Faszination des Liedes aus? Es sind vor allem zwei Punkte: „Mit Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber haben zwei einfache Männer aus ärmlichen Verhältnissen ein Lied erschaffen, das die Generationen überdauert. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Erkenntnis für viele sogar eine Enttäuschung gewesen ist. Als die Königlich Preussische Hofkapelle 1854 die Anfrage nach Salzburg stellte, um die Urheberschaft in Erfahrung zu bringen, ging man bestimmt von einem bedeutenden Komponisten wie etwa Michael Haydn aus. Doch nein, es waren ein einfacher Dorfschullehrer und ein Hilfspfarrer. Der zweite Punkt, der mich fasziniert, ist die weltweite Verbreitung in einer Zeit, in der es weder Internet noch Facebook gab.“

Wer den knapp zwei Kilometer langen, wunderschön angelegten Friedensweg in Hochburg-Ach erwandert, wird aufgefordert, einen von Hand bemalten Friedensstein auf den Weg mitzunehmen und diesen am Ende wieder abzugeben. In den letzten fünf Jahren haben Josef Schwaninger und Alfred Bachmair über 6.000 Friedenssteine gemalt. Die sind nämlich so schön, dass die meisten Besucher die Steine nicht zurücklegen, sondern als Andenken mit nach Hause mitnehmen. Den beiden Männern ist das recht; das Malen wurde längst zu ihrem Hobby und ist ihr ehrenamtlicher Beitrag zum Thema „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ im Ort. Zwischen einer viertel und einer halben Stunde dauert es, bis der kleine Salzachstein bemalt ist: Das kleine Gemälde in Acrylfarbe wird mit einem Klarlack versiegelt und die Rückseite wird mit einem Spruch oder ein paar positiven Worten versehen. Längst hat sich der Bedarf an Steinen herumgesprochen und so ist für Nachschub immer gesorgt: Denn die Hochburg-Acher – ob Kinder oder Erwachsene – sammeln bei ihren Ausflügen an die nahe gelegene Salzach die passenden Steine und bringen sie den beiden Hobby-Malern vorbei.

  • Das Franz-Xaver-Gruber-Gedächtnishaus ist jeweils von Ostern bis 26.10. täglich von 13.30 bis 16.30 Uhr geöffnet. Während der Hauptferienzeiten zusätzlich von 9.00 bis 12.00 Uhr.

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