Tirol

Zwei-Tages-Tour durchs Zillertal und an den Achensee

Lange Zeit ging man davon aus, dass „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ ein „Tiroler Lied aus dem Zillertal“ sei. Grund für diese Annahme waren die weitgereisten Tiroler Nationalsänger, die das Lied in ihrem Repertoire hatten und es über Jahrzehnte in Europa und Amerika bekannt machten. Die Rundtour zu den drei Tiroler Stille-Nacht-Orten führt in die Heimatgemeinden der Sängerfamilien Strasser und der Ur-Rainer ins Zillertal und zu Ludwig Rainers Alterssitz an den Achensee. Sowohl das Zillertal als auch der Achensee gehören zu Tirols schönsten Ferien- und Wintersportregionen: Eine Reise lässt sich rund ums Jahr hervorragend mit sportlichen Aktivitäten verbinden.

Tag 1 „Ins Zillertal, Heimat der berühmten Sängerfamilien Strasser und Rainer“

Im Barockschloss von Fügen lebte im 18. Jahrhundert der k.u.k. Major und Kämmerer Graf Ludwig von Dönhoff (1769–1838). Im Jahr 1822 empfing die Familie Kaiser Franz I. von Österreich und Zar Alexander I. von Russland in ihrem Zuhause im Zillertal: Um die Gäste zu unterhalten, wurde für einen Abend ein Auftritt der Sängerfamilie Rainer mit den Geschwistern Maria, Felix, Anton und Joseph Rainer aus Fügen organisiert. Das kleine Hauskonzert begeisterte die prominenten Gäste derart, dass der Zar sogar eine Einladung nach Russland aussprach. Fortan begaben sich die Geschwister – später bekannt als Ur-Rainer – auf Konzertreisen und begründeten damit die Tiroler Natur- und Nationalsängertradition. Auf Empfehlung traten sie in zahlreichen Städten Europas und an den edelsten Fürstenhöfen, unter anderem auch vor dem englischen König Georg IV., auf. Heute ist Fügen mit über 4.000 Einwohnern die größte Gemeinde im Zillertal.

Die Highlights in Fügen:

  • Wenige Schritte neben dem Fügener Schloss findet man im Friedhof der Pfarrkirche ein Denkmal, das an die Ur-Rainer-Sänger erinnert sowie die Grabstätte der Familie Dönhoff und die Grabtafel des Orgelbauers Carl Mauracher, der das Lied von Oberndorf ins Zillertal gebracht hat.
  • Im Heimatmuseum in der Widumspfiste ist dem Lied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ ein eigener Bereich gewidmet: Hier befindet sich die weltweit größte bekannte Stille-Nacht-Schallplattensammlung. Zahlreiche Platten können angehört werden. Außerdem erfährt der Besucher spannende Details über die Tiroler Nationalsänger aus dem Zillertal und den Orgelbauer Carl Mauracher, über altes Handwerk und den Bergbau in Fügen.
  • Für 2018 ist ein musikalischer Abend mit noch nie gehörten Fassungen von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ in der SteudlTENN und in der Festlhalle Fügen geplant. „DIE STILLEN NÄCHTE DES LUDWIG RAINER“: Musiktheater von Hakon Hirzenberger (Termine: 03./04./07. und 08. Juli 2018) im STEUDLTENN in Uderns und „MAURACHER UND MOHR“ – Musiktheater von Hakon Hirzenberger (Termine: 14./15. und 16. Dezember 2018) in der FESTHALLE IN FÜGEN.
  • 200 Jahre Stille Nacht – Sonderausstellung im Schloss Fügen von 30. Juni 2018 bis 03. Februar 2019: Die dezentrale Landesausstellung im Barockschloss Fügen und in der Widumspfiste in Fügen/Zillertal zeigt in über 30 Räumen und auf 1.500 Quadratmetern vorwiegend die weltweite Verbreitung der Airs Tiroliens und des heutigen Weltfriedensliedes „Stille Nacht! Heilige Nacht!“, des Nationalsängertums und somit die Geburt und Entwicklung des „Tales der Musik“ – im Tiroler und internationalen Kontext – vom 18. Jahrhundert bis heute.

Nach dem ersten Zwischenstopp in Fügen geht es nun rund 19 Kilometer taleinwärts nach Hippach. Hier lebte die Sängerfamilie Strasser mit den vier Kindern Anna, Joseph, Amalia und Karolina: Sie wuchsen in Laimach, einem Ortsteil von Hippach, auf und von hier aus gingen die vier auf Sängerreisen und sorgten für die Verbreitung des Liedes „Stille Nacht! Heilige Nacht!“.

Das Highlight in Hippach:

  • Besuch des „Strasser-Häusls“: Das Geburtshaus der Geschwister Strasser stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist ein völlig aus Holz erbautes Zillertaler Bauernhaus mit rauchgeschwärzten Holzbalken, einer alten Stube mit dem Walzenofen, Butzenscheiben und Türbeschlägen. Das denkmalgeschützte Bauernhaus gibt Einblicke in das karge Leben der Zillertaler Bauern von einst, die das Lied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ in die Welt getragen haben, aber auch über die Geschichte des berühmten Weihnachtsliedes.

Tag 2 „Der Tiroler Nationalsänger Ludwig Rainer und ‚sein‘ Achensee“

Rund 50 Kilometer sind es von Hippach bis an den Achensee. Tirols größter See liegt – eingebettet von mächtigen Gipfeln – auf 929 Metern Seehöhe und ist ein Eldorado für Ausflügler, Wanderer und Wintersportler. Die Gemeinde Achenkirch zieht sich über zwölf Kilometer und war Wohnort des berühmten Rainer-Spross‘ Ludwig Rainer. Er hat hier bis heute seine Spuren hinterlassen. Als Ludwig Rainer, Sohn von Maria Rainer von den Ur-Rainern, 1868 als wohlhabender Mann aus Amerika und Russland nach Österreich zurückkam, ließ er am Achensee das Hotel Seehof errichten. Das 1870 eröffnete Hotel war mit allem Komfort ausgestattet und zog Gäste aus aller Welt an. Das Hotel wurde nach der Jahrtausendwende infolge eines Großbrandes abgetragen und nicht wieder errichtet.

Die Highlights in der Region Achensee:

  • Spaziergang zur Seehofkapelle mit Altar im neugotischen Stil am Achensee. Sie wurde von Ludwig Rainer erbaut und wird anlässlich des Jubiläumsjahres auch für Besucher zugänglich gemacht . Seine letzte Ruhestätte findet sich am Friedhof von Achenkirch.
  • Der „Sixenhof“, das Heimatmuseum Achental, vermittelt gute Einblicke in Lebens- und Arbeitswelt der vergangenen Jahrhunderte am Achensee. Unter den Exponaten findet sich seit vielen Jahren die Original-Gewandtruhe von Ludwig Rainer. Ab November 2018 widmet sich eine neue Ausstellung dem berühmten Nationalsänger und der internationalen Verbreitung des Liedes „Stille Nacht! Heilige Nacht!“.
    Jedes Jahr im Advent findet im Sixenhof ein stimmungsvoller Adventmarkt statt und auch eine Schifffahrt ist im Advent auf den Achensee möglich.

Besonderer Tipp:

Die Christkindlmärkte in den acht Orten Innsbruck, Achensee, Hall in Tirol, Kitzbühel, Kufstein, Lienz, Rattenberg und St. Johann in Tirol bilden gemeinsam das Angebot „Advent in Tirol“. Alle Christkindlmärkte sind besonders schön, erfüllen höchste Qualitätskriterien und einige von ihnen zählen zu den ältesten Tirols. Den größten mit über 70 Ständen findet man unter dem Goldenen Dachl in Innsbruck, den höchsten auf der Hungerburg, 300 Meter über der Stadt. Am beschaulichsten geht es demgegenüber im mittelalterlichen Rattenberg zu, wo man ganz auf Kerzenschein und Ursprünglichkeit setzt.

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