Oberösterreich

Drei-Tages-Tour vom Innviertel nach Steyr

Drei Stille-Nacht-Orte gibt es in Oberösterreich: Hochburg-Ach und Ried im Innkreis waren wichtige Lebensstationen von Franz Xaver Gruber. In Steyr hingegen wurde der erste Druck des Liedes „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ vervielfältigt. Wer sich heute auf eine Reise auf den Spuren von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ begibt, erkundet wunderschöne Naturlandschaften und geschichtsträchtige Orte. Das Obere Innviertel ist eine beschauliche und romantische Gegend: Das Naturschauspiel „Salzachdurchbruch“ ist nicht weit und mit dem verwunschenen „Ibmer Moor“ befindet sich das größte Moor Österreichs in unmittelbarer Nähe. Vor den Toren Steyrs hingegen schwärmen Naturliebhaber direkt in den Nationalpark Kalkalpen aus. Während der Adventzeit unterstreichen zahlreiche Adventmärkte und Veranstaltungen den Zauber der „Christkindl Region“ um Steyr.

Tag 1 „Kindheit und Jugend von Franz Xaver Gruber in Hochburg-Ach“

Die Stille-Nacht-Tour durch Oberösterreich startet in dem kleinen Ort Hochburg-Ach: Hier im Oberen Innviertel herrscht beschauliche Ruhe. Die österreich-deutsche Staatsgrenze ist nicht weit. Ganz in der Nähe fließt die Salzach, die sich bald darauf mit dem Inn vereinigt. Der Blick schweift weit über das hügelige Land, hufeisenförmig umspannt der Weilhartforst die Gemeinde, deren erste urkundliche Erwähnung auf das Jahr 878 zurückgeht. Hier wurde 1787 Franz Xaver Gruber – unter dem Taufnamen Conrad – als fünftes Kind geboren. Sein Geburtshaus – die Steinpointsölde – war ein kleines bäuerliches Anwesen, in dem die Eltern mit den sechs Kindern lebten: Neben der Landwirtschaft war die Leinenweberei ein wichtiges Standbein, das auch Franz Xaver Gruber erlernte. 1805 verbrachte Gruber drei Monate im bayerischen Burghausen auf der anderen Seite der Salzach, um sein Orgelspiel und seine musikalischen Fähigkeiten zu verbessern: Als Burghausen von französischen Truppen überschwemmt wurde, musste er die Stadt vorzeitig wieder verlassen.

Die Highlights in Hochburg-Ach:

  • Bei einem Besuch des Franz-Xaver-Gruber-Gedächtnishauses („Grubahäusl“) in Hochburg-Ach wird das Leben einer armen Leinenweberfamilie in der Zeit der napoleonischen Kriege spürbar. Das kleine, liebevoll ausgestattete Museum vermittelt die bäuerliche Wohn- und Arbeitswelt um 1800. Das mehr als 200 Jahre alte Holzhaus ist in Stil, Form und Gestaltung Grubers Geburtshaus identisch. Im Haus erinnern Gegenstände an die Familie: Das wertvollste Stück ist der Webstuhl, auf dem Franz Xaver Gruber das Weberhandwerk erlernt hat. Kustos Hans Schwarzmayr und sein Team bieten gegen Voranmeldung Führungen an.
  • Ein Rundgang auf dem Franz-Xaver-Gruber-Friedensweg macht den zeitlosen Inhalt des Liedes spürbar. Die Stationen stehen für jeweils eine Strophe des Liedes, aber auch für die weltweite Verbreitung der Friedensbotschaft auf allen Kontinenten. Im Kontrast dazu stehen die Informationen über die unruhigen Zeiten, in denen das Lied seinen Ursprung hat. Über einen inspirierenden Spaziergang durch alle Kontinente ist der Friedensweg auch als meditative Reise zum inneren Frieden ganzjährig erlebbar.
  • Zum Abschluss bietet sich ein Besuch der Pfarrkirche mit der Franz-Xaver-Gruber-Gedächtnisorgel Hier hat der erst 11-jährige Franz Xaver Gruber im Jahr 1798 sein außerordentliches Talent unter Beweis gestellt, als er für den erkrankten Lehrer als Organist eingesprungen ist. Eine Schlüsselsituation im Leben des Buben: Denn ab diesem Moment war auch der erstaunte Vater vom Können seines Sohnes überzeugt. Es wurde ein Instrument angeschafft und fortan durfte der junge Franzl offiziell Musikunterricht nehmen.

Tag 2 „Ried im Innkreis – Lehrer-Ausbildung und Stille-Nacht-Krippe“

Noch am selben Abend oder am nächsten Morgen geht die Reise weiter ins rund 60 Kilometer entfernte Ried im Innkreis. Hier legte Franz Xaver Gruber 1806 seine Lehramtsprüfung ab. Wie in vielen Städten des Innviertels ist auch in Ried im Innkreis das Zentrum von typisch bayerischen Barockfassaden geprägt. Erst 1779 kam Ried im Innkreis mit dem Innviertel zu Oberösterreich. In napoleonischer Zeit wechselte es mehrmals zwischen Bayern und Österreich.

Verworren war auch der Weg, den die Krippe aus der St. Nikola-Kirche von Oberndorf nach Ried im Innkreis nahm. Nach dem Kirchenabriss wanderte sie zuerst auf einen Dachboden, dann in die Sammlung des Pfarrers Johann Veichtlbauer. Dieser stiftete seine Objekte 1933 der Stadt Ried im Innkreis. Und so kommt es, dass die originale Stille-Nacht-Krippe, vor der das wohl berühmteste Weihnachtslied der Welt erstmals gesungen wurde, heute im Innviertler Volkskundehaus in Ried im Innkreis ausgestellt ist.

Das Highlight in Ried im Innkreis:

  • Das Museum Innviertler Volkskundehaus beherbergt die originale Stille-Nacht-Krippe aus der St. Nikola Kirche von Oberndorf. Bei der Krippe handelt es sich um eine nach venezianischen Vorbildern gefertigte Kirchenkrippe aus der Zeit um 1800 mit den für das Inn-Salzach-Gebiet typischen Figuren: Hände und Füße sind aus Holz geschnitzt, der Kopf ist aus Wachs. Die Hirten sind in der damaligen Bauern- und Schiffertracht gekleidet.

Tag 3 „Steyr ist der strahlende Mittelpunkt der Christkindl-Region“

Nächster Stille-Nacht-Ort ist das rund 90 Kilometer entfernte Steyr am Nationalpark Kalkalpen. Über mündliche Überlieferung und Abschriften fand das Lied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ seine Verbreitung. Der erste Abdruck erfolgte nachweislich um 1830 in Steyr in einer Flugschrift mit vier Weihnachtsliedern. Durch einen beeindruckenden Archivfund konnte bewiesen werden, dass die erste schriftliche Verbreitung des Liedes in Steyr gedruckt wurde.

Die Highlights in Steyr:

  • Im Österreichischen Weihnachtsmuseum in Steyr ist ab November 2018 eine Replik des ersten Textdruckes von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ zu sehen. Führungen im Weihnachtsmuseum sind ganzjährig gegen Voranmeldung im Tourismusverband Steyr möglich: Zu den besonderen Attraktionen zählt die umfassende Sammlung an historischem Weihnachtsschmuck aus den Jahren 1830 bis 1930, 200 Stubenpuppen sowie eine Fahrt mit der Erlebnisbahn – ein Wunderwerk der Technik auf Schienen – die über drei Etagen bis in die Engelwerkstatt im Dachgeschoß führt. Jeden Samstag und Sonntag im Advent besucht das „Steyrer Christkindl“ das Weihnachtsmuseum.
  • Besuch der barocken Wallfahrtskirche Christkindl im gleichnamigen, weltbekannten Wallfahrtsort in Steyr. Die Gnadenfigur ist eine zehn Zentimeter großes, aus Wachs geformtes Jesuskind, das Kreuz und Dornenkrone in den Händen hält. Im Advent öffnet hier das „Postamt Christkindl“ seine Pforten: Jährlich werden rund zwei Millionen Briefsendungen von hier aus in die Welt geschickt.
  • Während der Adventszeit finden in der „Christkindlregion Steyr“ zahlreiche Adventmärkte wie etwa in der Altstadt und auf der Promenade von Steyr, in Garsten, im Schloss Lamberg oder in Steinbach an der Steyr statt. Dorthin fährt man besonders nostalgisch mit der ältesten 760 mm Schmalspurbahn Österreichs, der Steyrtal Museumsbahn: Rund eine Stunde dauert die Fahrt ins Adventkalenderdorf Steinbach an der Steyr.

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